Den Alltag informiert, aktiv und selbstbestimmt gestalten

Leben mit chronischer Nierenerkrankung

Mit CKD leben – den eigenen Weg finden

Eine chronische Nierenerkrankung (englisch: Chronic Kidney Disease, CKD) begleitet Betroffene dauerhaft. Kontrolltermine, Medikamente und mögliche Begleiterscheinungen der CKD können den Alltag verändern. Trotzdem bleibt Raum für das, was Ihnen wichtig ist: Familie und Freunde, Arbeit, Bewegung, Genuss und persönliche Ziele.

Neben der medizinischen Behandlung können verständliche Informationen, eine individuell abgestimmte Ernährung, Bewegung und die Unterstützung durch andere Menschen dazu beitragen, den Alltag aktiv zu gestalten. Ziel ist es, Menschen mit CKD dabei zu unterstützen, informierte Entscheidungen zu treffen und im Behandlungsteam mitzuwirken. 1, 2

Was Lebensqualität bedeutet, entscheiden Sie

Für manche ist es ein Spaziergang, für andere ein Treffen mit Freunden oder ein gut geplanter Alltag. Setzen Sie gemeinsam mit Ihrem Behandlungsteam realistische Ziele, die zu Ihrer Gesundheit und Ihrem Leben passen.

Was neben der Behandlung zählt

Es gibt nicht den einen richtigen Alltag mit CKD. Stadium, Laborwerte, Begleiterkrankungen, Therapieform und persönliche Lebenssituation sind unterschiedlich. Hilfreich kann sein, die folgenden Bereiche Schritt für Schritt in den Blick zu nehmen:

Wissen schafft Orientierung.

Wenn Sie Ihre Diagnose, wichtige Werte
und die Ziele Ihrer Behandlung verstehen,
können Sie Fragen gezielter stellen
und Entscheidungen besser mittragen. 1, 2

Ernährung soll passen – medizinisch und im Alltag.

Bei CKD werden Empfehlungen zu Eiweiß, Natrium, Kalium und Phosphat nach Nierenfunktion, Laborwerten und Begleiterkrankungen angepasst. Praktische Tipps und passende Rezeptideen können dabei helfen, die individuellen Empfehlungen mit Genuss und Vielfalt im Alltag zu verbinden. 1, 2

Bewegung darf klein anfangen.

Regelmäßige Aktivität soll sich an Ihren körperlichen Voraussetzungen und Ihrer Herz-Kreislauf-Belastbarkeit orientieren. Auch kurze Einheiten und weniger langes Sitzen sind sinnvolle Schritte. 1

Unterstützung entlastet.

Angehörige, das Behandlungsteam, Beratungsstellen
oder Selbsthilfegruppen können Wissen, Erfahrung und praktische Hilfe beisteuern. 1, 2

Sie müssen nicht alles auf einmal ändern

Angehörige, das Behandlungsteam, Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen können Wissen, Erfahrung und praktische Hilfe beisteuern. 1, 2

Ernährung bei CKD: individuell statt nach starren Regeln

Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung mit einem höheren Anteil pflanzlicher, wenig verarbeiteter Lebensmittel kann grundsätzlich eine gute Orientierung sein. Bei CKD kommt es jedoch auf die persönliche Situation an: Ernährungsanpassungen sollten zur Nierenfunktion, zu Laborwerten, Begleiterkrankungen und zur Behandlung passen. 1, 2

Eiweiß ist zum Beispiel wichtig für Muskeln und Gewebe, während die passende Menge je nach CKD-Stadium und Therapie unterschiedlich sein kann. Salz bzw. Natrium beeinflusst unter anderem Blutdruck und Flüssigkeitshaushalt. Auch Kalium, Phosphat und die Trinkmenge können relevant werden und müssen mit fortschreitender CKD gegebenenfalls angepasst oder begrenzt werden. 1, 2

Eine qualifizierte Ernährungsberatung kann Empfehlungen in konkrete Mahlzeiten übersetzen: von Einkauf und Portionsgrößen bis zu Etiketten, Lieblingsgerichten und Rezeptideen. Rezepthefte können dabei praktische Anregungen geben. Welche Rezepte für Sie geeignet sind, hängt von Ihren individuellen Ernährungsempfehlungen ab. 1, 2

Gut zu wissen

Bitte schränken Sie Eiweiß, Kalium, Phosphat oder die Trinkmenge nicht eigenständig stark ein. Besprechen Sie auch Salzersatz, Vitamine, Nahrungsergänzungsmittel, pflanzliche Präparate und frei verkäufliche Medikamente vorher mit Ihrem Behandlungsteam. Einige Produkte können bei CKD ungeeignet sein oder die Behandlung beeinflussen. 1, 2

Ernährung bei CKD

Bei einer chronischen Nierenerkrankung kann die Ernährung helfen, den Körper bedarfsgerecht zu versorgen und Blutdruck, Flüssigkeitshaushalt sowie wichtige Laborwerte im Blick zu behalten. Welche Rolle spielt die Zufuhr an Eiweiß, Natrium, Kalium oder Phosphat dabei?. Auf der Ernährungsseite erfahren Sie alles, was Sie zur Ernährung bei CKD wissen sollten und wie sich konkrete Empfehlungen alltagstauglich umsetzen lassen.

Mehr über Ernährung erfahren

Bewegung: so viel, wie zu Ihnen passt

Bewegung kann die körperliche Funktionsfähigkeit, die Herz-Kreislauf-Gesundheit und das Wohlbefinden unterstützen. Die aktuelle KDIGO-Leitlinie nennt für Erwachsene mit CKD als Ziel mindestens 150 Minuten moderate Aktivität pro Woche – oder das Maß, das mit der eigenen körperlichen, insbesondere der Herz-Kreislauf-Belastbarkeit, vereinbar ist. Langes Sitzen sollte möglichst regelmäßig unterbrochen werden. 1

Geeignet können zum Beispiel Spaziergänge, Radfahren, Schwimmen, alltagsnahe Bewegung oder angepasstes Kraft- und Gleichgewichtstraining sein. Beginnen Sie bei Bedarf mit kurzen Einheiten und steigern Sie langsam. Alter, Begleiterkrankungen, Sturzrisiko und eine mögliche Dialysebehandlung sollten bei der Planung berücksichtigt werden. 1

Wenn Sie längere Zeit wenig aktiv waren, sich unsicher fühlen oder neue Beschwerden auftreten, besprechen Sie Art und Intensität der Bewegung mit Ihrem Behandlungsteam.

Nicht allein: Patientenorganisationen und Selbsthilfe

Der Austausch mit anderen Betroffenen kann entlasten und praktische Ideen für den Alltag geben. Patientenorganisationen und Selbsthilfegruppen bieten je nach Angebot persönliche Treffen, digitale Formate, Informationsveranstaltungen oder Beratung zu sozialen und alltagsbezogenen Fragen. Unterstützung und Informationen erhalten Menschen mit CKD unter anderem beim Bundesverband Niere e. V. 2, 3

Erfahrungswissen kann eine hilfreiche Ergänzung sein, ersetzt aber keine medizinische Diagnose oder Therapieempfehlung. Prüfen Sie gesundheitliche Hinweise aus Gruppen oder Online-Foren mit Ihrem Behandlungsteam.

Patientenratgeber: Wissen zum Mitnehmen

Manche Fragen entstehen erst nach dem Termin. Im MEDICE-Angebot finden Sie fundierte und verständlich aufbereitete Informationen zur CKD, zur Ernährung sowie zu wichtigen Themen des Alltags. Das Spektrum reicht von Grundlagen zur Nierenfunktion und möglichen Folgen der CKD über Ernährung, Lebensmittelauswahl und Rezeptideen bis zu Dialyseverfahren, metabolischer Azidose und Phosphat-Management. Einzelne Materialien greifen außerdem Fragen zu Lebensqualität, Bewegung oder Reisen mit Dialyse auf.

Patientenratgeber ansehen

Ein wichtiger Punkt zum Schluss

Es ist in Ordnung, wenn nicht jeder Tag gleich gelingt. Entscheidend sind passende, realistische Schritte und ein Behandlungsteam, mit dem Sie Fragen, Belastungen und Ziele offen besprechen können.

Diese Informationen ersetzen keine individuelle ärztliche oder ernährungstherapeutische Beratung. Bitte besprechen Sie größere Ernährungsumstellungen, eine veränderte Trinkmenge sowie Vitamine, Mineralstoffe und andere Nahrungsergänzungsmittel mit Ihrem Behandlungsteam.

Referenzen

1 Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO) CKD Work Group. KDIGO 2024 Clinical Practice Guideline for the Evaluation and Management of Chronic Kidney Disease. Kidney Int. 2024;105(4S):S117–S314. doi:10.1016/j.kint.2023.10.018.
2 Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e. V. (DEGAM); Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e. V. (DGfN). Versorgung von Patient*innen mit chronischer, nicht-nierenersatztherapiepflichtiger Nierenkrankheit in der Hausarztpraxis. S3-Leitlinie. AWMF-Register-Nr. 053-048; DEGAM-Leitlinie Nr. 22; Version 2.0. Stand 06/2024.
3 Bundesverband Niere e. V. . https://www.bundesverband-niere.de/informationen (letzter Zugriff am 24.08.2026)