Nierenbewusst und mit Genuss – richtige Ernährung als Teil der Behandlung

Ernährung bei chronischer Nierenerkrankung

Ernährung bei CKD: Was wichtig ist

Bei einer chronischen Nierenerkrankung (CKD) ist die Ernährung ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Eine bedarfsgerechte Ernährung kann die Behandlung unterstützen, Mangelernährung vorbeugen und dazu beitragen, Blutdruck, Flüssigkeitshaushalt sowie relevante Laborwerte zu kontrollieren. 1-3

Grundsätzlich wird eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung mit einem höheren Anteil pflanzlicher Lebensmittel und möglichst wenigen hochverarbeiteten Produkten empfohlen. Darüber hinaus können insbesondere die Energiezufuhr, Eiweiß, Natrium, Kalium und Phosphat sowie die Trinkmenge angepasst werden müssen. Maßgeblich sind unter anderem Nierenfunktion, Laborwerte, Begleiterkrankungen, Ernährungszustand und Behandlungsform. 1-3

Mit Beginn einer Dialysebehandlung verändern sich die Anforderungen an die Ernährung. Bei Hämo- und Peritonealdialyse ist der Eiweißbedarf in der Regel höher; zugleich muss eine ausreichende Energieversorgung sichergestellt werden. Vorgaben zu Natrium, Kalium, Phosphat und Trinkmenge richten sich nach der Behandlungsform und den individuellen Befunden. Bei der Peritonealdialyse muss zusätzlich die Energie berücksichtigt werden, die der Körper über die Glukose in der Dialyselösung aufnimmt. 3-6

Unterstützung bei der Umsetzung

Welche Empfehlungen für Sie gelten, besprechen Sie mit Ihrer Nierenärztin oder Ihrem Nierenarzt und einer qualifizierten Ernährungsfachkraft. 1-3
Broschüren, Lebensmitteltabellen und Rezepthefte können ergänzend dabei helfen, die Vorgaben beim Einkauf, Kochen und Essen zu Hause umzusetzen. 4-6

Ernährung bei CKD: ausreichend versorgt, gezielt angepasst

Welche Ernährungsempfehlungen für Sie gelten, hängt von der Nierenfunktion, den Laborwerten, dem Ernährungszustand, möglichen Begleiterkrankungen und der Behandlungsform ab. Stimmen Sie größere Veränderungen deshalb mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder einer auf Nierenerkrankungen spezialisierten Ernährungsfachkraft ab.

Ausreichend versorgt bleiben.

Eine bedarfsgerechte Energie- und Eiweißzufuhr hilft, das Körpergewicht, die Muskelmasse und einen guten Ernährungszustand zu erhalten. Wie viel Eiweiß sinnvoll ist, verändert sich mit dem Stadium der CKD und insbesondere mit Beginn einer Dialyse. 1-3

Bestimmte Nährstoffe gezielt anpassen.

Weniger Kochsalz und weniger hochverarbeitete Lebensmittel sind grundsätzlich sinnvoll. Ob darüber hinaus Eiweiß, Kalium, Phosphat oder die Trinkmenge angepasst werden müssen, richtet sich nach den persönlichen Befunden und der Behandlung. 1-3

Empfehlungen im Alltag umsetzen.

Frische Zutaten, geeignete Portionsgrößen, eine angepasste Zubereitung und ein Blick auf die Zutatenliste erleichtern die Umsetzung. Lebensmitteltabellen und Rezepthefte können zusätzliche Orientierung und Anregungen geben. 4-6

Eiweiß, Natrium, Kalium, Phosphat, Eisen und Vitamin D im Blick

  • Beim Abbau von Nahrungseiweiß entstehen Stoffwechselprodukte, die normalerweise über die Nieren ausgeschieden werden. Bei eingeschränkter Nierenfunktion sollte deshalb eine übermäßig hohe Eiweißzufuhr vermieden werden. Zu wenig Eiweiß und Energie können jedoch Muskelabbau und Mangelernährung begünstigen.

    Für Erwachsene mit CKD G3–G5 nennt KDIGO als allgemeinen Orientierungswert 0,8 g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Die passende Menge sollte nicht eigenständig berechnet werden: Alter, Ernährungszustand, Begleiterkrankungen und körperliche Belastbarkeit können eine individuelle Anpassung erforderlich machen. 1-3

    Bei Hämo- oder Peritonealdialyse ist der Eiweißbedarf in der Regel höher, da während der Behandlung Eiweiß beziehungsweise Eiweißbausteine verloren gehen können. Eine eiweißreduzierte Ernährung aus der Zeit vor der Dialyse sollte deshalb nicht ungeprüft fortgeführt werden. 3-6

Ernährungsmanagement: Wissen alltagstauglich machen

Ernährungsmanagement bedeutet, die medizinischen Empfehlungen in passende Entscheidungen für das tägliche Essen und Trinken zu übersetzen. Es geht nicht darum, jeden Bissen zu berechnen. Ausgangspunkt sind die persönliche Ernährungssituation und die Behandlungsziele.

Individuell beginnen.

Im Rahmen einer Ernährungsanamnese wird erfasst, was und wie viel Sie üblicherweise essen und trinken, wie sich Gewicht und Appetit entwickelt haben und welche Laborwerte, Begleiterkrankungen und Behandlungen berücksichtigt werden müssen. Daraus lässt sich ableiten, worauf Sie besonders achten sollten. Eine auf Nierenerkrankungen spezialisierte Ernährungsfachkraft kann Sie dabei unterstützen. 1-3

Die grundlegende Ausrichtung festlegen.

Eine ausgewogene, pflanzenbetonte und möglichst wenig verarbeitete Ernährung bildet für viele Menschen mit CKD eine gute Grundlage. Wie viel Energie und Flüssigkeit Sie benötigen und welche Nährstoffe ausreichend zugeführt oder reduziert werden sollten, richtet sich nach Ihrer persönlichen Situation. 1-3

Zutatenlisten nutzen.

Vergleichen Sie ähnliche Produkte und achten Sie besonders auf Salz beziehungsweise Natrium, Phosphatzusätze und kaliumhaltige Salzersatzstoffe. 1, 3, 5, 6

Verzehrmengen, Kombinationen und Zubereitung berücksichtigen.

Wie viel Sie von einem Lebensmittel essen, mit welchen anderen Lebensmitteln Sie es kombinieren und wie Sie es zubereiten, sind weitere Stellschrauben einer nierenbewussten Ernährung. Eine Ernährungsberatung kann zeigen, wie sich vertraute Mahlzeiten entsprechend anpassen lassen. 4-6

Veränderungen ansprechen.

Unbeabsichtigter Gewichtsverlust, wenig Appetit, Übelkeit, neue Wassereinlagerungen, starker Durst oder auffällige Laborwerte sollten mit dem Behandlungsteam besprochen werden. 1-3

Gut vorbereitet zur Ernährungsberatung

Hilfreich sind aktuelle Laborwerte, Medikamenten- und Präparateliste, ein Ess- und Trinkprotokoll über einige typische Tage sowie Ihre wichtigsten Fragen. Notieren Sie auch Beschwerden, Veränderungen von Appetit oder Gewicht und Lebensmittel, auf die Sie ungern verzichten möchten.

Rezepthefte: nierenbewusst genießen

Nierenbewusste Ernährung kann abwechslungsreich, genussvoll und alltagstauglich sein. Die ausgewählten und freigegebenen MEDICE-Rezepthefte bieten Rezeptideen und – je nach Titel – Nährwertangaben sowie Hinweise zur Zubereitung. Welche Rezepte zu Ihnen passen, hängt von Ihren Laborwerten, der Dialyseform und den individuell vereinbarten Ernährungsempfehlungen ab.

Zu den Rezeptheften

Diese Informationen ersetzen keine individuelle ärztliche oder ernährungstherapeutische Beratung. Bitte besprechen Sie größere Ernährungsumstellungen, eine veränderte Trinkmenge sowie Vitamine, Mineralstoffe und andere Nahrungsergänzungsmittel mit Ihrem Behandlungsteam.

Referenzen

1 Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO) CKD Work Group. KDIGO 2024 Clinical Practice Guideline for the Evaluation and Management of Chronic Kidney Disease. Kidney Int. 2024;105(Suppl 4S):S117–S314. doi:10.1016/j.kint.2023.10.018.
2 Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). Versorgung von Patient*innen mit chronischer, nicht-nierenersatztherapiepflichtiger Nierenkrankheit. S3-Leitlinie, AWMF-Registernummer 053-048, Version 2.0. 2024.
3 Ikizler TA, Burrowes JD, Byham-Gray LD, et al. KDOQI Clinical Practice Guideline for Nutrition in CKD: 2020 Update. Am J Kidney Dis. 2020;76(3 Suppl 1):S1–S107. doi:10.1053/j.ajkd.2020.05.006.
4 MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG. Rundum-Ratgeber für Patienten mit Nierenerkrankungen und Dialyse. Stand 09/2019.
5 MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG. Sicherer Genuss trotz Dialyse – Lebensmitteltabellen für Patienten mit Nierenerkrankungen. Erweiterte Auflage. o. J.
6 MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG. Ernährung bei Peritonealdialyse – Was beim Essen und Trinken jetzt wichtig ist. Stand 08/2025.
7 Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO) Anemia Work Group. KDIGO 2026 Clinical Practice Guideline for the Management of Anemia in Chronic Kidney Disease (CKD). Kidney Int. 2026;109(Suppl 1S):S1–S99. doi:10.1016/j.kint.2025.06.006.