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Wenn „Dr. Google“ mit in die Apotheke kommt
30.10.2026
Typische Herbst-Mythen im Faktencheck
„Ich habe gelesen, dass …“ – spätestens jetzt wissen viele PTA: Im nächsten Beratungsgespräch steht nicht nur ein Kunde oder eine Kundin am HV, sondern auch „Dr. Google“. Gerade in der Erkältungssaison kursieren online zahlreiche Gesundheitstipps. Manche enthalten einen wahren Kern, andere sind zu stark vereinfacht. Zeit für einen schnellen Faktencheck mit fünf Mythen, die euch am HV bestimmt schon begegnet sind.
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1. Mythos: Vitamin C verhindert Erkältungen.
Vitamin C wird gerne als Klassiker für die Erkältungssaison empfohlen. Gerade im Herbst greifen viele Menschen deshalb vorsorglich zu Vitamin-C-Präparaten in der Hoffnung, damit gut durch die kalte Jahreszeit zu kommen.
Fakt: Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Eine zusätzliche Einnahme verhindert bei gesunden Menschen jedoch nicht zuverlässig, dass sie sich erkälten.
Eine ausgewogene Ernährung liefert in der Regel ausreichend Vitamin C. Wer zusätzlich ein Präparat einnimmt, sollte deshalb nicht automatisch erwarten, dadurch vor Erkältungsviren geschützt zu sein.
Für den HV: Hier lohnt sich eine kurze Einordnung: Vitamin C ist wichtig für den Körper und das Immunsystem, doch ein Schutzschild gegen Erkältungsviren ist es aber nicht.
2. Mythos: Von der Kälte wird man krank.
„Zieh dich warm an, sonst erkältest du dich!“ Diesen Satz kennen wohl die meisten. Doch niedrige Temperaturen allein lösen keine Erkältung aus.
Fakt: Kalte Temperaturen allein lösen keine Erkältung aus. Dafür sind vor allem Viren verantwortlich.
In der kalten Jahreszeit halten wir uns häufiger gemeinsam in geschlossenen Räumen auf. Das kann die Übertragung der Erreger begünstigen.
Für den HV: Statt nur zum dicken Schal zu raten, lohnt sich der Hinweis auf Händehygiene, regelmäßiges Lüften und ausreichend Erholung.
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3. Mythos: Antibiotika helfen gegen jede Erkältung.
Wenn Husten, Schnupfen und Halsschmerzen hartnäckig bleiben, wünschen sich manche Kund ein möglichst „starkes“ Medikament.
Fakt: Eine klassische Erkältung wird in den meisten Fällen durch Viren verursacht. Antibiotika wirken jedoch gegen Bakterien und nicht gegen Viren. Ein Antibiotikum kann bei einer entsprechenden bakteriellen Infektion notwendig und sinnvoll sein. Einen gewöhnlichen viralen Erkältungsinfekt kann es dagegen nicht schneller verschwinden lassen.
Für den HV: Antibiotika sind keine „stärkeren Erkältungsmittel“. Eine unnötige Einnahme kann Nebenwirkungen verursachen und die Entwicklung von Antibiotikaresistenzen fördern.
Gerade hier kann die Apotheke einen wichtigen Beitrag leisten: verständlich erklären, warum ein Antibiotikum in diesem Fall nicht die richtige Lösung ist und welche Möglichkeiten zur Linderung der Beschwerden bestehen.
4. Mythos: Viel Tee trinken und die Erkältung ist schnell weg.
Eine warme Tasse Tee tut gut, beruhigt einen gereizten Hals und gehört für viele zum Kranksein dazu. Wegtrinken lässt sich ein Infekt damit allerdings nicht.
Fakt: Ausreichend zu trinken ist bei einer Erkältung sinnvoll, doch die Infektion selbst lässt sich dadurch aber nicht einfach wegtrinken. Flüssigkeit kann dazu beitragen, die Schleimhäute feucht zu halten. Gerade bei Fieber oder erhöhter Temperatur sollte außerdem auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden.
Für den HV: Bei der Empfehlung muss es übrigens nicht immer der klassische Erkältungstee sein. Je nach Beschwerden und persönlichen Vorlieben können unterschiedliche Getränke infrage kommen.
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5. Mythos: Wenn der Schleim grün ist, brauche ich ein Antibiotikum.
Gelblicher oder grüner Schleim wird häufig als eindeutiges Zeichen für eine bakterielle Infektion verstanden. Die Farbe allein reicht für diese Einschätzung jedoch nicht aus.
Fakt: Die Farbe des Nasen- oder Bronchialschleims allein sagt nicht zuverlässig aus, ob eine bakterielle Infektion vorliegt. Auch bei einem viralen Infekt kann sich die Farbe des Schleims im Verlauf verändern. Grüner oder gelblicher Schleim bedeutet deshalb nicht automatisch Antibiotikum.
Für den HV: Entscheidend ist das Gesamtbild: Wie lange bestehen die Beschwerden? Werden sie stärker? Kommen hohes Fieber, starke Schmerzen, Atemnot oder andere Warnzeichen hinzu? Im Zweifel ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.
Dr. Google kann viel, aber nicht alles
Online gefundene Gesundheitsinformationen sind nicht grundsätzlich falsch. Oft fehlt jedoch die Einordnung in die individuelle Situation. Genau hier zeigt sich die Stärke der persönlichen Beratung: PTA können nachfragen, Mythen verständlich auflösen und gemeinsam mit den Kund eine passende Lösung finden.
Welcher Erkältungsmythos begegnet euch am HV immer wieder?
